Offener Brief an Frau Ministerin Dr. Susanne Eisenmann: Corona ist leider nicht weg – und unser Wunsch nach Transparenz und Zusammenarbeit auch nicht!

Corona ist leider nicht weg – und unser Wunsch nach Transparenz und Zusammenarbeit auch nicht!

Sehr geehrte Frau Ministerin Dr. Eisenmann,

auch wenn Sie in den letzten Wochen versucht haben, der Öffentlichkeit und uns bei unseren unzähligen offenen Briefen ein anderes Bild zu vermitteln:
Bei aller Diversität der Elternschaft in dieser nie dagewesenen Krise eint uns die Tatsache, dass wir mit Ihrem Krisenmanagement unzufrieden sind.

Aus diesem Grund haben sich die Elternvertreter aus allen Teilen des Landes Baden-Württemberg zusammengeschlossen, um Ihnen erneut und vereint einen Brief zu schreiben.

Am 26.5.2020 haben Sie veröffentlicht, dass die Kitas und Grundschulen bis spätestens Ende Juni geöffnet werden sollen und dass nun zügig mit den Kommunen und Trägern ein Rechtsrahmen erarbeitet werden soll. Erste Reaktionen des Gemeindetages, der GEW und verdi zeigen bereits, dass diese Ankündigung eine Vielzahl an organisatorischen Fragestellungen aufwirft.

Auch wir stellen uns die Frage, was dies nun konkret für unsere Kinder und Familien bedeutet.

Durch die Erfahrungen der Vergangenheit haben wir daher einen dringenden Wunsch: Nutzen Sie die Chance und machen es dieses Mal besser!

Holen Sie alle Beteiligten an einen Tisch, um frühzeitig die weiteren Schritte zu fixieren. Nicht nur bei den Grundschulen, sondern bei allen Bildungsformen stellt sich die Frage, wie die Rückkehr zum Regelbetrieb verantwortungsvoll gestaltet und ein Höchstmaß an Präsenz sichergestellt werden können, und was diese Rückkehr in effektiven Stunden bedeutet.

Zudem sind wir daran interessiert zu erfahren, wie Sie Ihr Versprechen der von Ihnen angekündigten Sommerschule und der Förderangebote in den Sommerferien sicherstellen möchten. Denn Kinder haben ein Recht auf Bildung und auf Schutz. Und Familien benötigen Perspektiven!

Zudem gibt es den Bedarf für Konzepte zu einer systematischen Digitalisierung für den Fall, dass Einrichtungen wieder geschlossen werden müssen.

Eine gute Bildung ist ein unschätzbarer Wert für persönlichen Lebensweg und unsere Gesellschaft – aber dazu muss Bildung auch ermöglicht werden.
Geben Sie den Bedürfnissen der Kinder und der Elternschaft in der Politik mehr Raum.

Binden Sie daher von unserer Seite den LEB als unser gewähltes Gremium und als Experten für die Bedürfnisse der Eltern und Familien ein.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Mit freundlichen Grüßen

GEB² Mannheim – Thorsten Papendick
STEB Mannheim – Lorenz Losmann
Elterninitiative Mannheim – Jetzt an die Kinder denken! – Sarah Kinzebach
GEB Schule Karlsruhe – Jörg Rupp und Peer Giemsch
GEB Konstanz – Johanna Vogt und Petra Rietzler
GEB Ludwigsburg Schulen – Christina Bechmann und Erika Macan
GEB Sinsheim – Jeannette Tremmel
GEB Heilbronn – Christoph Eberlein und Regina Bavatir-Eckert
GEB Ettlingen – Seher Conzen und Michael Scherf
GEB Schule Lörrach – Sabrina Hauber
GEB Schule Heidelberg – Andrea Dittmar
GEB Stuttgarter Schulen – Manja Reinholdt
GEB Freiburger Schulen – Bettina Knapp und Anja Gössel
GEB Singen – Marc F. Neininger
GEB der Schulen Villingen Schwenningen – Tino Berthold
Elternnetzwerk im Verein für Gemeinschaftsschulen BW e.V. – Dr. Ulrike Felger
Arbeitskreis Sonderschulen Rhein Neckar e.V – Petra Vecchio
EB des Ev. Montessori Schulhaus Freiburg – Vorsitzgruppe Oliver Dorgerloh, Gaby Hönig und Marcus
Schäfer

21. Mai 2020 UPDATE zu unserem offenen Brief an Frau Ministerin Dr. Susanne Eisenmann: Corona-Pandemie – Hilferuf der Eltern

Wir haben bis heute keine Antwort von Frau Dr. Eisenmann erhalten.

Sie ignoriert weiterhin die Sorgen vieler Eltern und beschimpft uns öffentlich im Landtag.

Wir sind die froh, dass die „verlorenen“ Kinder, die seit über 8 Wochen keinen Kontakt mehr mit der Schule hatten, seit Montag endlich wieder in Notgruppen 2 Stunden am Tag Unterricht erhalten

Und wir Eltern haben endlich einen Plan erhalten für die Zeit bis zu den Sommerferien.

10 Stunden Unterricht in der Schule alle 2 Wochen in Verbindung mit „Fernlernangeboten“ (hat Frau Dr. Eisenmann diesen Begriff in Ihrem Schreiben an die Eltern mit Absicht gewählt?) empfinden viele Eltern als einen Schlag ins Gesicht.

Eine Vereinbarung von Schule / Betreuung und Beruf ist damit unmöglich.

Und die Schulen sollen mit digitalen Endgeräten, mit Internetzugang zum Verleihen an bedürftige Schüler*innen ausgestattet werden. Einer Antwort, bis wann, bleibt Sie aber schuldig.

Wo bleibt das landesweite Konzept für Heimunterricht mit einheitliche Lernmittel auf einer funktionierenden, digitalen Plattform? In diesem Zusammenhang: Was macht eigentlich das Landesmedienzentrum?

Liebe Eltern, wir bedanken uns für Ihre zahlreichen Nachrichten. Wir haben auch die wenigen kritischen Mails mit Interesse zur Kenntnis genommen (ignorieren aber Beleidigungen und Drohungen).

Wir nehmen Ihre Sorgen und Ängste wahr und bereiten aktuell eine landesweite Initiative vor.

Wir setzen uns gemeinsam ein für das Wohl unserer Kinder und die Bedürfnisse der Eltern.

Mit hoffnungsvollen Grüßen
Gesamtelternbeirat² der Stadt Mannheim

Frau Eisenmann teilt aus (Teil 2) 😢

Natürlich bekomme sie derzeit Briefe von Eltern – in freundlichem, aber auch in unverschämtem Ton, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im Stuttgarter Landtag.

Eisenmann verteidigte sich: „In Krisenzeiten suchen die Intelligenten nach Lösungen, die weniger Intelligenten nach Schuldigen.“

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/eisenmann-erntet-kritik-und-wirbt-um-geduld-100.html

Frau Eisenmann teilt aus (Teil 1) 😢

Der Landeselternbeirat (LEB), die örtlichen Gremien der Elternvertreter und die Eltern selbst mit Mails und Anrufen machen mächtig Druck auf das Kultusministerium. Die Vorwürfe sind massiv. Eltern seien einerseits derzeit eingespannt und andererseits „ausgebootet“. Die Liste, erhoben in den beiden jüngsten Elternbriefen des Gremiums, zuletzt vom vergangenen Freitag, ist lang. Der LEB-Vorsitzende Carsten Rees beklagt zudem ein „Kommunikationsdesaster“, dem LEB würden keine konkreten Informationen zur Verfügung gestellt, die Fragen der Eltern nicht beantwortet

Das Kultusministerium dagegen weist die Vorwürfe als haltlos zurück und vermutet Profilierungsversuche des LEB-Vorsitzenden Carsten Rees dahinter.

Das Kultusministerium dagegen weist die Vorwürfe und Forderungen zurück. „Auch Herrn Rees ist hoffentlich nicht entgangen, dass das Corona-Virus noch nicht verschwunden ist und in Deutschland nach wie vor Kontaktbeschränkungen gelten“, sagt eine Sprecherin des Ministeriums. Sie zeichnet ein anderes Stimmungsbild: „Wir bezweifeln, dass der Elternbrief die Meinung der Eltern im Land wiedergibt. Er ist angesichts der aktuellen Lage wenig hilfreich, sondern hochgradig unseriös.“

https://www.suedkurier.de/baden-wuerttemberg/eingespannt-und-ausgebootet-elternvertreter-machen-druck-aufs-kultusministerium-und-bekommen-kontra;art417930,10518383?utm_medium=Social&wt_mc=facebook.skwww.suedkurier.echobox&utm_source=Facebook#Echobox=1589877582

Fahrplan für weitere Öffnung des Schul- und Kitabetriebs

Ministerin Dr. Susanne Eisenmann: „Nach den Pfingstferien werden alle Schülerinnen und Schüler in einem rollierenden System Präsenzunterricht erhalten.“

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann hat heute einen Fahrplan für die weitere Öffnung des Schul- und Kitabetriebs in Baden-Württemberg vorgestellt. „Die Eltern fordern zu Recht, dass wir den Schulbetrieb weiter öffnen und auch den Kitas eine greifbare Perspektive für einen Betrieb über die erweiterte Notbetreuung hinaus geben. Mir ist deshalb wichtig, so frühzeitig wie möglich über unsere Planungen zu informieren“, betont die Ministerin und fügt an: „Wir wollen die Schulen und Kitas zügig, aber schrittweise und besonnen öffnen. Das Corona-Virus ist immer noch da, weshalb wir bei allen Schritten viele Faktoren berücksichtigen und durch hohe Infektionsschutzstandards ein Aufflammen der Pandemie verhindern müssen. Vorschnell irgendwelche Erwartungen zu wecken, die nachher nicht erfüllt werden können, hilft niemandem. Auch nach der nun anstehenden schrittweisen Rückkehr an die Schulen und Kitas werden es keine Normalbedingungen wie vor der Corona-Krise sein.“

Solange die aktuellen Abstandsregeln gelten, könne deshalb in allen Einrichtungen immer jeweils nur eine begrenzte Anzahl an Kindern und Jugendlichen unterrichtet oder betreut werden. Erst wenn die Abstandsregeln grundsätzlich aufgehoben werden, sei eine Rückkehr zu einem regulären und vollumfänglichen Schul- und Kitabetrieb möglich. Als weiteren Schritt hin zu mehr Normalität begrüßt Ministerin Eisenmann, dass von heute an auch landesweit wieder die Spielplätze geöffnet haben: „Das ist für viele Kinder und Familien sehr wichtig. In den vergangenen Wochen kamen leider viele kindliche Bedürfnissen zu kurz. Das gemeinsame Spielen und der Austausch mit anderen Kindern ist aber wichtig für ihre Entwicklung und damit auch für ihre Gesundheit.“

Seit 4. Mai 2020 findet unter strengen Vorgaben des Infektionsschutzes der Schulbetrieb in Baden-Württemberg wieder statt – für die Schülerinnen und Schüler an den allgemein bildenden Schulen, die in diesem und im nächsten Jahr ihre Abschlussprüfungen ablegen, sowie für die Schüler der Prüfungsklassen der beruflichen Schulen. Eine Woche zuvor (seit 27. April 2020) hat Baden-Württemberg als eines der ersten Bundesländer überhaupt die Notbetreuung deutlich ausgeweitet, um mehr Eltern entlasten zu können. Auch Kindertagespflegepersonen können seither bis zu fünf Kinder von Eltern oder Alleinerziehenden, die in systemrelevanten Berufen arbeiten oder nachweislich präsenzpflichtig außerhalb der Wohnung tätig sind, betreuen. In der erweiterten Notbetreuung in den Kitas sowie in den Schulen bis Klasse 7 sind inzwischen durchschnittlich etwa zehn Prozent der Kinder. In den Kitas sind es in Einzelfällen derzeit bereits bis zu 25 Prozent der Kinder. Für einen Vergleich: Zuvor, also bis zum 27. April, waren durchschnittlich nur etwa drei Prozent der Kinder in der Notbetreuung, in der Notbetreuung an den Schulen waren es teilweise sogar nur einzelne Kinder.

Viertklässler sollen am 18. Mai starten Der neue Fahrplan sieht vor, dass die Grundschulen im Land ab 18. Mai 2020 wieder in den Präsenzunterricht einsteigen. „Wir beginnen hier bewusst mit den Viertklässlern, um sie auf den Übergang in die weiterführende Schule vorzubereiten. So haben wir das auch innerhalb der Kultusministerkonferenz vereinbart“, erläutert Eisenmann. Der Unterricht soll sich dabei auf die Kernfächer konzentrieren, es wird ein reduziertes Angebot sein. Außerdem wird die Klassengröße halbiert, um dem Abstandsgebot Rechnung tragen zu können. „Wir gehen von zwei bis drei Unterrichtsstunden am Tag aus. Für die konkrete Gestaltung wollen wir den Grundschulen aber Spielräume lassen, damit sie auf die konkreten Bedürfnisse vor Ort Rücksicht nehmen und flexibel reagieren können – zum Beispiel, was die personelle Planung betrifft. Denn es gibt auch Lehrkräfte, die selbst zur Risikogruppe gehören“, sagt die Ministerin und ergänzt: „Unsere Befragungen deuten bislang darauf hin, dass im landesweiten Durchschnitt rund 70 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer für den Unterricht vor Ort zur Verfügung stehen. Das kann aber im konkreten Einzelfall von Schule zu Schule schwanken, gerade die kleinen Grundschulen müssen wir hierbei im Auge haben.“

Kitas: Schrittweise Ausweitung in Richtung eines reduzierten Regelbetriebs „Unser Plan sieht vor, dass wir ebenfalls ab dem 18. Mai die Betreuung an den Kitas in Richtung eines reduzierten Regelbetriebs in Absprache mit den Trägern schrittweise auf bis zu 50 Prozent der Kinder ausweiten. So können die Abstandsgebote mit halben Gruppengrößen gewahrt, Eltern aber weiter entlastet und den Kindern ein Stück Normalität zurückgegeben werden“, sagt Ministerin Eisenmann und ergänzt: „Von den Trägern der Kitas haben wir die Rückmeldung, dass an den Einrichtungen nicht so viel Personal zur Verfügung steht wie an den Schulen. Die Risikogruppe unter den Erzieherinnen und Erziehern scheint größer zu sein. Deshalb wollen wir den Trägern Spielräume vor Ort lassen, dass sie im Rahmen ihrer räumlichen und personellen Kapazitäten individuelle Lösungen finden können – zum Beispiel durch ein rollierendes System, das ermöglicht, dass Kinder in festen Gruppen abwechselnd an einzelnen Wochentagen in die Kita kommen können.“

Nächster Schritt: alle Schüler erhalten Präsenzunterricht Nach den Pfingstferien sollen alle Schülerinnen und Schüler in einem rollierenden System Präsenzunterricht bekommen, der mit den Fernlernangeboten verzahnt werden soll. Dafür stehen bis zu den Sommerferien sechs Wochen zur Verfügung, die erweiterte Notbetreuung läuft daneben weiter. Darüber hinaus richten die Schulen für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen, die in den vergangenen Wochen weder digital noch analog erreicht wurden, Lerngruppen an den Schulen ein. Mit diesen Förderangeboten soll den Schülern ermöglicht werden, den Stoff aufzuholen, zu wiederholen und zu vertiefen, damit sie Anschluss halten können. In den Sommerferien wird das Kultusministerium zudem freiwillige Lern- und Förderangebote anbieten – und damit Schülerinnen und Schülern, die sich unsicher fühlen und mehr üben möchten, die Möglichkeit geben, Lerninhalte zu wiederholen, zu vertiefen und gezielt an Lernschwierigkeiten zu arbeiten.

Grundschulen „Nach den Pfingstferien, also ab dem 15. Juni, werden wir den Präsenzunterricht an den Grundschulen rollierend anbieten, um alle Klassenstufen und alle Kinder zu erreichen“, sagt Ministerin Eisenmann. Das rollierende System sieht so aus, dass die Kinder im wöchentlichen Wechsel an die Schule kommen – eine Woche die Erst- und Drittklässler, eine Woche die Zweit- und Viertklässler. Der Turnus ist: immer eine Woche Unterricht an der Schule und dann wieder eine Woche Fernlernen von Zuhause aus. Damit ist nach den Pfingstferien immer die Hälfte der Grundschüler an der Schule. Hinzu kommen die Kinder der Notbetreuung, soweit sie nicht zu den Klassenstufen zählen, die Präsenzunterricht haben. „Wir wissen, dass wir die Schülerinnen und Schüler der Grundschulen zuletzt mit Fernlernangeboten schwerer erreicht haben als die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen. Deshalb ist es wichtig, die drei Wochen pro Klassenstufe nach Pfingsten im Präsenzunterricht zu nutzen, um den Lernstand abzugleichen und Inhalte zu vermitteln und zu vertiefen“, so Ministerin Eisenmann. Der Schwerpunkt liege auf Deutsch, Mathe und Sachunterricht – Noten und Klassenarbeiten seien zweitrangig.

Gymnasien, Realschulen, Haupt- und Werkrealschulen, Gemeinschaftsschulen Auch an den Gymnasien, Realschulen, Haupt- und Werkrealschulen, Gemeinschaftsschulen werden die Klassenstufen nach den Pfingstferien rollierend unterrichtet, um alle Schülerinnen und Schüler zu erreichen. Eine Ausnahme gilt für die Jahrgänge, die bereits am 4. Mai gestartet sind und in diesem oder im nächsten Jahr vor dem Abschluss stehen. Sie bleiben dauerhaft in der Präsenz. „Wir reden nicht von einem regulären Schulbetrieb wie vor der Corona-Pandemie. Das heißt, dass es jetzt nicht darum gehen darf, noch möglichst viele schriftliche Arbeiten nachzuholen“, betont Eisenmann.

Für das rollierende System sieht das Kultusministerium folgenden Rhythmus vor: In den sechs Schulwochen, die noch anstehen, sollen im wöchentlichen Wechsel die Klassen 5/6, 7/8 aller Schularten und 9/10 am Gymnasium in Präsenzphasen an den Schulen einbezogen werden. So haben alle Schülerinnen und Schüler bis Schuljahresende noch mindestens zwei Schulwochen Präsenzunterricht an der Schule. An den Haupt- und Werkrealschulen sowie an den Gemeinschaftsschulen gibt es zudem Spielraum für die Förderung der Schüler auf G-Niveau. Zusätzlich richten die Schulen gezielte Lerngruppen vor Ort für Schülerinnen und Schüler ein, die mit den Fernlernangeboten gar nicht oder nicht gut erreicht werden konnten. Damit sind an den weiterführenden Schulen nach den Pfingstferien immer mindestens 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler an der Schule – bei halben Gruppengrößen und Konzentration des Unterrichts auf die Kernfächer. Die erweiterte Notbetreuung für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 5 bis 7 wird aufrechterhalten. Der Präsenzunterricht wechselt sich mit Fernlernangeboten ab, um Fragen zu klären, das Erlernte abzugleichen und Inhalte zu vertiefen.

Berufliche Schulen Auch an den beruflichen Vollzeitschulen, den beruflichen Gymnasien, den Berufskollegs und den Berufsfachschulen sollen nach den Pfingstferien alle Schülerinnen und Schüler in regelmäßigen Abständen im Präsenzunterricht einbezogen werden. Die Jahrgangsstufe 1 der beruflichen Gymnasien, also der Klassenstufe 12, soll dabei besonders einbezogen werden, da diese Schülerinnen und Schüler im nächsten Jahr die Abiturprüfung absolvieren. Für die duale Berufsausbildung gilt, dass die Berufsschule in Abstimmung mit den Ausbildungsbetrieben nach Pfingsten in regelmäßigen Abständen besucht wird. Auch an den beruflichen Schulen werden voraussichtlich nach den Pfingstferien immer rund 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler bei kleineren Gruppen an der Schule sein. Die Details zur Ausweitung des Schulbetriebs an den beruflichen Schulen müssen noch ausgearbeitet werden. Eine besondere Herausforderung ist dabei, dass sich nach den Pfingstferien bereits sehr viele Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen an den beruflichen Schulen befinden.

Das Kultusministerium wird alle Schulen im Land direkt, zeitnah und umfassend über diesen Fahrplan und die begleitenden Regeln informieren. Auch die Kindertageseinrichtungen und Kita-Träger werden selbstverständlich direkt informiert, hierzu müssen jedoch zunächst Abstimmungen mit den kommunalen Landesverbänden erfolgen.

MINISTERIUM FÜR KULTUS, JUGEND UND SPORT
PRESSEMITTEILUNG Nr. 48/2020 vom 6. Mai 2020

Unterstützung für Familien und Kindesschutz – Familientelefon wird eingerichtet

Kontaktverbote, geschlossene Schulen und Kitas, Homeoffice oder Kurzarbeit bei den Eltern, gestresste Familien: Von den Einschränkungen im Zuge der Coronavirus-Pandemie sind viele Kinder und Jugendliche in Mannheim betroffen. „Durch die Corona-Pandemie ist in den Familien jetzt vieles anders, sie sehen sich öfter und sind vielleicht auf engem Raum zusammen“, sagt Familienbürgermeister Dirk Grunert. „Zwar schweißt diese Lage viele Familien besonders zusammen. Aber es kann auch passieren, dass Konflikte in dieser Ausnahmesituation schneller eskalieren.“ Die Mitarbeitenden des Jugendamts sind auch weiterhin für die Mannheimer Familien erreichbar. „Wir unterstützen sie auch in diesen besonderen Zeiten mit unseren Beratungs- und Hilfsangeboten und haben deshalb das Familientelefon eingerichtet“, erklärt Grunert.

Das Familientelefon ist ab Montag, 4. Mai, unter der Nummer 0621/293-3939 werktags von 12 bis 17 Uhr erreichbar. Familien mit Kindern und Jugendlichen können sich mit Fragen, Sorgen und Nöten an die Fachkräfte des Jugendamts wenden. Die Mitarbeitenden aus verschiedenen Bereichen wie den Psychologischen Beratungsstellen, Sozialen Diensten, der Jugendförderung oder der Amtsvormundschaft können Tipps geben, auf Unterstützungsangebote hinweisen oder bei Bedarf passgenaue Hilfen vermitteln. Über das Familientelefon können auch mehrsprachige Ansprechpartnerinnen und -partner vermittelt werden.

Die Corona-Pandemie stellt auch das Jugendamt selbst vor neue Herausforderungen: Zu allen Familien, mit denen bereits Kontakte, z.B. über Hilfen zur Erziehung oder Eingliederungshilfe, bestehen, wird der Kontakt selbstverständlich aufrechterhalten. Dies geschieht z.B. über Telefon, E-Mail oder digitale Kommunikation mit Bildübertragung. Wo es notwendig ist, wird es auch persönlichen Kontakt geben können. „Der Kindesschutz steht dabei stets an oberster Stelle und wird uneingeschränkt sichergestellt“, erklärt Dr. Peter Schäfer, Leiter des Fachbereichs Jugendamt und Gesundheitsamt. „Auch allen Hinweisen auf eine mögliche Gefährdung des Kindeswohls gehen die Fachkräfte selbstverständlich nach“, ergänzt Dr. Peter Schäfer.

Neben dem Familientelefon stehen auch in direktem Kontakt Hilfen durch die Stadt Mannheim bereit:

Für Familien mit Kindern unter 3 Jahren gibt es Beratungsangebote bei den Frühen Hilfen der Stadt Mannheim 0621-293 -3708, www.mannheim.de/de/service-bieten/kinder-jugend-familie-und-senioren/familie/fruehe-hilfen.

Psychologische Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern der Stadt Mannheim:

• Beratungsstelle Nord, Telefon: 0621/293-5530
• Beratungsstelle Mitte, Telefon: 0621/293-8866
• Beratungsstelle Süd, Telefon: 0621/293-6040
• Internet:www.pb-mannheim.de (dort gibt es auch Hinweise zu den Beratungsstellen freier Träger)

Soziale Dienste:

• Region 1 (Sandhofen, Schönau, Gartenstadt, Luzenberg, Waldhof sowie Speckweg östl. der Hess. Straße und Sonnenschein), Telefon: 0621/293-3951
• Region 2 (Neckarstadt-Ost und -West, Friesenheimer Insel), Telefon: 0621/293-9178
• Region 3 (Innenstadt, Jungbusch, Oststadt, Schwetzingerstadt, Lindenhof, Feudenheim, Käfertal, Vogelstang, Straßenheim, Wallstadt, Franklin), Telefon: 0621/293-3635
• Region 4 (Almenhof, Neckarau, Niederfeld, Casterfeld, Rheinau, Pfingstberg, Hochstätt, Seckenheim, Friedrichsfeld, Neuostheim, Neuhermsheim), Telefon: 0621/293-6835
• Eine akute Gefährdungslage von jungen Menschen kann der Kindesschutzstelle unter der Notrufnummer 0621/293-3700 mitgeteilt werden.

https://www.mannheim.de/de/presse/58-aktuelle-meldung-zu-corona-02-05-2020

Offener Brief an Frau Ministerin Dr. Susanne Eisenmann: Corona-Pandemie – Hilferuf der Eltern

Sehr geehrte Frau Ministerin Dr. Eisenmann,

wir Eltern sind verzweifelt und überfordert. Wir brauchen jetzt Ihre Hilfe!

Am 6. April haben Sie uns versichert, dass Sie alles dafür tun, damit keine Schülerin und kein Schüler einen Nachteil aus der Corona-Krise haben wird. Das Gegenteil ist aber der Fall!

Seit dem 17. März sind die Schulen in Baden-Württemberg geschlossen. Eine Notfallsituation für alle Beteiligten. Wir erleben seit 6 Wochen eine Überforderung der Lehrer*innen, Eltern und unserer Kinder. Wir sind verzweifelt und warten dringend auf Lösungen. Wir brauchen eine Orientierung und fordern einen nachvollziehbaren, zeitlich strukturierten Plan.

Wir erkennen keine Strategie hinter den Entscheidungen des Kultusministeriums. Die Informationspolitik ist völlig unzureichend und intransparent. Wir sehen keine Führung.

Wir sind überfordert mit der pädagogischen Freiheit des Lernmitteleinsatzes. Kinder in unterschiedlichen Schulen und Jahrgängen, das bedeutet im Moment die unterschiedlichsten Lernmittel und Plattformen. Nach Einhaltung des Datenschutzes fragt gefühlt niemand mehr. Eltern werden stillschweigend zu Hilfslehrern rekrutiert. Wir sind keine Pädagogen und nicht in der Lage, Lerninhalte nach aktuellen Lehrmethoden zu vermitteln. Im Heimunterricht brauchen wir sofort landesweit ein Konzept, einheitliche Lernmittel auf einer funktionierenden, digitalen Plattform.

Familien haben keine ausreichende Anzahl an Endgeräten (mehrere Kinder im Haushalt plus „home office“, das ist im Moment Alltag und Bildungsrealität). Drucker sind im privaten Haushalt nicht selbstverständlich, jetzt sind sie plötzlich notwendig, um die Arbeitsmaterialien zu bearbeiten. Den Eltern und deren Kindern fehlen der unbegrenzte Zugang zum Internet und die entsprechenden Endgeräte.

Die bestehende soziale Ungerechtigkeit wird zementiert, und die Bildungsschere wird immer größer. Bisher vollkommen ungeklärt ist die Frage, welche konkreten Hilfen Kindern angeboten werden können, die vom Elternhaus nur unzureichende oder sogar keinerlei Unterstützung bekommen.

Unseren Kindern fehlt die Struktur. Ein persönlicher Kontakt zwischen Lehrer*in und unseren Kinder ist dabei unverzichtbar. Kinder brauchen eine Regelmäßigkeit in ihrem Tagesablauf, dieser muss für uns Eltern planbar sein und die Voraussetzungen müssen dafür nach Ihren Vorgaben geschaffen werden.

Die Bildungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Lehrer*innen ist unverzichtbar, und wir bitten „alle“ daran mitzuwirken.

Wir brauchen und erwarten jetzt Ihre Führung. Handeln Sie!

Mit freundlichen Grüßen
Gesamtelternbeirat² der Stadt Mannheim

Notfallbetreuung für Schulkinder von Eltern in systemrelevanten Berufen

Um in Mannheim eine eventuelle Notbetreuung für Kinder von Eltern einzurichten, die beide oder alleinerziehend in systemrelevanten Berufen arbeiten, brauchen die Schulen und der Schulträger dringend Ihre Rückmeldung.

Zu den systemrelevanten Berufen zählen insbesondere die Gesundheitsversorgung (medizinisches und pflegerisches Personal, Hersteller von für die Versorgung notwendigen Medizinprodukten), die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz), die Sicherstellung der öffentlichen Infrastruktur (Telekommunikation, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung) sowie die Lebensmittelbranche.

Falls Sie für Ihr Kind Notfallbetreuung in Anspruch nehmen müssen benutzen Sie bitte dieses Formular. Aktuelle Informationen finden Sie im Regelfall auch auf der Homepage der jeweiligen Schule und der Homepage der Stadt Mannheim.

Schicken Sie das Formular bitte ausgefüllt umgehend per E-Mail an die jeweilige Schule (siehe Homepage) bzw. geben es im Sekretariat der jeweiligen Schule ab.

Die dafür notwendigen Bestätigungen der Arbeitgeber können Sie bis spätestens Mittwoch nachreichen.

Für das Formular hier klicken!

HEUTE Infoveranstaltung zum Thema „emotionale und soziale Entwicklung bei Kindern“

Liebe Eltern, lieber Lehrer*innen, liebe Interessierte,
haben Sie sich diesen besonderen Termin rund um das Thema „emotionale und soziale Entwicklung bei Kindern“ schon „grün“ in Ihren Kalender eingetragen? Wir brauchen Sie für die Zukunft unserer Kinder, für bessere Bildung.
Wir sehen uns „heute“ um 19 Uhr in der Hans-Zulliger-Schule.

Wir laden alle Elternvertreter*innen, sowie alle interessierten Eltern, Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen herzlich zum nächsten Treffen des Arbeitskreises Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen am Dienstag, 11. Februar 2020 um 19.00 Uhr in die Hans-Zulliger-Schule, Mittelstr. 137, 68169 Mannheim ein.

Wir werden uns an diesem Abend mit dem Thema „ESENT“ (emotionale und soziale Entwicklung) befassen.

Agenda:
o Begrüßung
o Frau Sahner, Schulleiterin der Hans Zulliger Schule wird uns einen Einblick zum Thema ESENT geben. Was verbirgt sich hinter den Begriff ESENT? Welche Aufgaben und Chancen gibt es in der Schulgemeinschaft? Was macht ein Schulbegleiter? Wie ist die Herangehensweise? Wie findet der Erfahrungsaustausch statt?
o Wahlen des AK-Vorstands
o Sonstiges

Weitere Themenvorschläge sind wie immer herzlich willkommen.

Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit Ihnen und hoffen, dass möglichst viele von Ihnen diesen Termin wahrnehmen.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Thorsten Papendick, gez. Susanne Beideck
Gesamtelternbeirat² der Stadt Mannheim

Arbeitskreissitzung Mannheimer Werkreal-, Real- u. Gemeinschaftsschulen

Wir laden alle Elternvertreter*innen, sowie alle interessierten Eltern, Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen herzlich zum nächsten Treffen des Arbeitskreises Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen am Dienstag, 11. Februar 2020 um 19.00 Uhr in die Hans-Zulliger-Schule, Mittelstr. 137, 68169 Mannheim ein.

Wir werden uns an diesem Abend mit dem Thema „ESENT“ (emotionale und soziale Entwicklung) befassen.

Agenda:
o Begrüßung
o Frau Sahner, Schulleiterin der Hans Zulliger Schule wird uns einen Einblick zum Thema ESENT geben. Was verbirgt sich hinter den Begriff ESENT? Welche Aufgaben und Chancen gibt es in der Schulgemeinschaft? Was macht ein Schulbegleiter? Wie ist die Herangehensweise? Wie findet der Erfahrungsaustausch statt?
o Wahlen des Arbeitskreis-Vorstands
o Sonstiges

Weitere Themenvorschläge sind wie immer herzlich willkommen.

Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit Ihnen und hoffen, dass möglichst viele von Ihnen diesen Termin wahrnehmen.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Thorsten Papendick, gez. Susanne Beideck
Gesamtelternbeirat² der Stadt Mannheim