Neuwahlen beim GEB Mannheim – Vollversammlung gibt Ausblick auf vielfältige Herausforderungen in den kommenden zwei Jahren

Rund 100 Teilnehmer:innen konnte der Gesamtelternbeirat (GEB) der Stadt Mannheim bei der virtuellen Vollversammlung am 04.12.2021 unter der Leitung des Vorsitzenden Thorsten Papendick begrüßen.

Neben Mannheimer Eltern, Schüler:innen, gewählten Elternbeiratsvorsitzenden und deren Vertreter:innen, waren als weitere Gäste der Leiter der Psychologischen Beratungsstelle der Ev. Kirche Mannheim, Herr Hansjörg Tenbaum, und die Vertreter:innen aus der Landespolitik Frau Dr. Susanne Aschhoff, MdL (GRÜNE) und Herr Dr. Stefan Fulst-Blei, MdL (SPD) anwesend. Im Anschluss an die Vorträge und Diskussionen wurde das Vorstandsteam neu gewählt.

Tenbaum gab einen Überblick über aktuelle Studienergebnisse zur Situation der Schüler:innen in der Coronapandemie (COPSY Studie). Er referierte über die durch die Pandemie verschärften psychosozialen Problemlagen, die in Schulen und Familien verstärkt Berücksichtigung finden müssen und wie man ihnen begegnen kann. Danach wurde lebhaft diskutiert, inwieweit in Mannheim die Versorgung ausreichend ist. Beratungsstellen, sowie ambulante und stationäre Einrichtungen sind zwar in Mannheim vorhanden, jedoch waren sich Referent und anwesende Fachleute aus dem Publikum einig, dass das Angebot vergrößert werden muss, wenn man zügig Hilfe leisten und die Probleme nicht größer werden lassen möchte.

Die Unterversorgung mit Lehrkräften wurde als zweiter, wichtiger Punkt diskutiert. Die Unterschätzung der Anzahl zukünftiger Schüler:innen durch das statistische Landesamt im Jahr 2011 hatte laut Aschhoff zur Folge, dass über 11.000 Lehrerstellen nicht neu besetzt wurden. Das Unverständnis der Anwesenden war groß, dass die damaligen Fehleinschätzungen nicht längst korrigiert und Gegenmaßnahmen eingeleitet worden sind – sei es durch Neuausbildung und Einstellung von Lehrer:innen, durch Bürokratieabbau im Quereinstieg oder bei der Übernahme von Lehrkräften aus anderen Bundesländern. Fulst-Blei brachte ebenfalls wenig Verständnis für das mittlerweile durch die GRÜNEN geführte Ministerium auf, welches weiterhin Lehrer:innen vor den Sommerferien kündige, statt sie durchgehend zu beschäftigen. Damit würde billigend eine Abwanderung in all jene Bundesländer in Kauf genommen, die ein anderes Modell fahren. Er betonte, dass es mehr als 2.000 Lehrkräfte gäbe, die in Baden-Württemberg arbeitssuchend seien.

Aschhoff stellte das neue Programm “Rückenwind” des Kultusministeriums vor, das helfen soll, die durch die Pandemie entstandenen Lerndefizite bei Schüler:innen abzubauen. Doch auch diese Initiative hinterließ bei den Teilnehmer:innen den Eindruck, dass sie unter dem Fachkräftemangel leide. Eltern bezweifelten, dass die entstandenen Defizite nur mit schuleigenem Personal in bezahlten Überstunden aufgeholt werden könnten. Man hatte Verständnis dafür, dass viele Lehrer:innen bereits durch Ausfälle und Vertretungen am Limit arbeiten. Berichtet wurde auch von einem schleppenden Anlauf des Programmes. Nur wenige Schulen konnten bereits ausreichend Personalkapazitäten schaffen und erste Kurse anbieten, meist seien diese auf nächstes Jahr verschoben oder noch in Planung.

Ein Beschluss aus dem Gemeinderat sieht bislang nur eine Versorgung von Klassenräumen der Stufen 1 bis 6 mit Luftfiltern vor. Hierzu gab Papendick bekannt, dass der GEB eine neue Umfrage unter den Eltern initiieren wird, um zu klären, ob man erneut versucht die nötige Unterschriftenzahl innerhalb der Elternschaft zu erreichen, damit in allen Aufenthaltsräumen Luftfilteranlagen bereitgestellt werden.

Im Anschluss wurde im Kreis der Wahlberechtigten die Wahl des Vorstandes abgehalten.

„Ich bin froh, dass wir alle Posten durch engagierte Eltern besetzen konnten, und freue mich auf die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren! Wir haben viel zu tun, die Pandemie lässt uns kaum Zeit zum Luft holen!“, so Papendick.

Einladung zum Arbeitskreis Gymnasien und berufliche Schulen am Mittwoch, 13. Juni 2018 um 19.00 Uhr im Elisabeth-Gymnasium (D7 8, 68159 Mannheim)

Liebe Eltern der Mannheimer Gymnasien und beruflichen Schulen,

hiermit laden wir Sie herzlich ein zum dritten Treffen des
Arbeitskreises (AK) Gymnasien und berufliche Schulen
am Mittwoch, den 13. Juni 2018 um 19.00 Uhr im Elisabeth-Gymnasium (D7 8, 68159 Mannheim).

Tagesordnung
19.00 Uhr Beginn des Abends
• Führung durch die Schule für alle Interessierten
19.30 Sitzungsbeginn
• Ideensammlung für eine lebendige Elternarbeit
für ein gutes Miteinander in der Schulgemeinschaft
• Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe
Präsentation des Vorhabens
• Verschiedenes

Bitte nehmen Sie diesen Termin wahr.
Wir freuen uns auf einen konstruktiven, guten Austausch mit Ihnen allen.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Thorsten Papendick, gez. Gesche John
Gesamtelternbeirat² der Stadt Mannheim

Arbeitskreis Gymnasien und beruflichen Schulen des GEB Mannheim unter neuem Vorsitz

Arbeitskreis Gymnasien und beruflichen Schulen des GEB Mannheim unter neuem Vorsitz.

Der Gesamtelternbeirat² Mannheim hat am 25. Januar zum Arbeitskreis (AK) Gymnasien und berufliche Schulen eingeladen.

Wichtige Tagesordnungspunkte waren die Lehrerversorgung an den Schulen, der Umgang mit Inklusion und die Wahlen zum neuen Vorsitz.

Besorgniserregend schilderten die Eltern wie hoch der Stundenausfall an den Schulen tatsächlich ist. Immer wieder fallen über längere Zeit Unterrichtsstunden aus, ohne das eine fachbezogene Lehrkraft als Vertretung kommt. Die Schulen werden in der Regel mit diesem Problem allein gelassen. Oftmals werden Betreuungsstunden abgehalten, wo die SchülerInnen nur beaufsichtigt werden – im schlimmsten Fall fallen die Stunden komplett aus.

Eine unzumutbare Situation, wie viele Eltern finden, denn meist trifft es auch prüfungsrelevante Fächer. Hier wurden im AK verschiedene Modelle besprochen, wie wir auf diese Situation aufmerksam machen und uns gezielt für eine Verbesserung an den Schulen einsetzen können.

Des weiteren wurde deutlich, wie unzureichend inklusiv beschulte SchülerInnen versorgt werden. Auch in Zusammenarbeit mit Lehrern und Direktoren ist meist keine Lösung in Sicht. Es fehlt am Fachpersonal um gezielt mit diesen SchülerInnen zu arbeiten bis hin zu einer Inklusionskraft, welche die Kinder im Schulalltag begleitet.

Auch zum Thema „Heterogenität“ in den Klassen konnten viele Eltern aus ihren Schulen berichten. Leider mit ernüchternden Ergebnis. Immer mehr Kinder benötigen an den weiterführenden Schulen Förderunterricht. Viele Schulen stellen sich zwar auf diesen erhöhten Förderbedarf ein, leider ist die Versorgung an dieser Stelle auch unzureichend.

In der anschließenden Wahl wurde Frau Gesche John (stellv. Elternbeiratsvorsitzende des Liselotte-Gymnasiums) zur neuen Vorsitzenden des Arbeitskreises gewählt. Als stellvertretende Vorsitzende stellten sich Herr Michael Kett (Elternbeiratsvorsitzender des Moll-Gymnasiums) und Herr Uwe Bischer (Elternbeiratsvorsitzender der Eberhard-Gothein-Schule) zur Verfügung.

Der GEB Mannheim freut sich über diese Wahl und wünscht dem Team, die Kraft Amtes nun auch Mitglied im Vorstand des Gesamtelternbeirats² Mannheim sind, viel Erfolg bei ihrem zukünftigen Wirken im Arbeitskreis.

Arbeitskreis der Grundschulen und sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren des GEB Mannheim unter neuem Vorsitz!

Arbeitskreis der Grundschulen und sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren des GEB Mannheim unter neuem Vorsitz!

Der GEB Mannheim hatte zum Arbeitskreis (AK) Grundschule und sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren eingeladen.

Wichtige Tagesordnungspunkte dieser Sitzung waren die sanitäre Situation an den Grundschulen, Ganztagsgrundschulen und die Wahlen den neuen Vorsitzenden und Stellvertreters.

Auf der Tagesordnung stand das Thema „Toiletten“, das intensiv diskutiert wurde. Die anwesenden ElternvertreterInnen berichteten, wie die Toiletten-Nutzung an ihren Schulen geregelt ist. In einigen Fällen wurde sichtbar, wie wichtig ein Erfahrungsaustauch in diesem Bereich und wo dringend Unterstützung und Handlungsbedarf gefragt ist.

In der anschließenden Wahl wurde Herr Duong (Elternbeiratsvorsitzender der Pestalozzischule) zum neuen Vorsitzenden des Arbeitskreises gewählt. Als stellvertretende Vorsitzende stellte sich Frau Sabra (Elternbeiratsvorsitzende der Waldhofschule) zur Verfügung. Der GEB Mannheim freut sich über diese Wahl und wünscht den beiden, die Kraft Amtes nun auch Mitglied im Vorstand des GEB sind, viel Erfolg bei ihrer Arbeit im Arbeitskreis.

Gedankt wurde Frau Sabine Leber-Hoischen für ihren engagierten Einsatz der letzten Jahre. Sie leitete den Arbeitskreis kommissarisch und führte durch die Sitzung.

Noch immer hoch gefragt ist das Thema „Ganztagsgrundschule“. Um hier den Fragen der Eltern gerecht zu werden, wird es eine weitere Arbeitskreissitzung zu diesem Thema voraussichtlich im April geben, erstmals unter Leitung des neuen Vorsitzenden Khanh Vi Duong.

Hiobsbotschaften reißen nicht ab – Lehrermangel verschärft sich dramatisch!

Hiobsbotschaften reißen nicht ab – Lehrermangel verschärft sich dramatisch!

Im Jahr 2025 gibt es voraussichtlich eine Million SchülerInnen mehr als erwartet.

Über den Lehrermangel wird in Deutschland immer wieder ausführlich berichtet und diskutiert. Aber der derzeitig akute Mangel an Lehrkräften sorgt laut Baden-Württembergs Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (CDU) erneut für gute Berufsaussichten für angehende Lehrer und Lehrerinnen. So formuliert zum Beginn des Schuljahres, wird derzeit mit allen Mitteln versucht die Lage zu entschärfen. Ob Teilzeiterhöhungen, Versetzungen oder der Rückruf pensionierter LehrerInnen – noch immer bleiben an vielen Schulen Stellen unbesetzt. In den aktuell stattgefundenen Arbeitskreisen des GEB Mannheim zeigten sich die Eltern verzweifelt, angesichts des immensen Stundenausfalls. Die Praktiken des betreuten Unterrichtes und der doppelten Klassenzimmer wird vom GEB Mannheim stark kritisiert.

„Und diese Lage wird sich in den nächsten Monaten und Jahren dramatisch verschärfen. Wir steuern sehenden Auges auf eine Katastrophe zu“ ist sich Thorsten Papendick, der Vorsitzende des GEB Mannheim sicher.

Wie eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung prognostiziert, werden wir in den nächsten Jahren mit dramatisch steigenden Schülerzahlen zu rechnen haben.

Die Studie geht von mehr als 8 Millionen SchülerInnen im Jahr 2025 aus. Damit setzt sich der Trend fort, den der GEB Mannheim schon seit längerer Zeit erkannt hat. Die steigenden Schülerzahlen an Grundschulen bedingt durch Geburten-Anstieg und Zuwanderung, zeigen schon jetzt erste schwerwiegende Folgen für die Grundschulen. Ein nationaler Bundesländervergleich zeigt, dass es den Grundschulen zunehmend schwerfällt, das durchschnittliche Leistungsniveau zu halten.

„Jetzt besteht enormer Handlungsdruck. Viele Bundesländer müssen komplett umdenken.“ so Jörg Dräger von der Bertelsmann Stiftung.

Die Grundschulen werden den „Schüler-Boom“ als erstes spüren, hier werden im Jahr 2025 mehr als 24 000 Lehrer benötigt. Da uns aufgrund der Altersstruktur eine Pensionierungswelle bevorsteht und vielerorts bereits Lehrermangel herrscht, wird der Bedarf an zusätzlichen Lehrkräften nicht zu decken sein. Neben den zusätzlichen Lehrkräften werden auch neue Klassenräume und Schulgebäude benötigt, wobei der Bedarf hier regional unterschiedlich ausfallen wird. Die Studie zeigt auf, dass deutschlandweit die Bildungsausgaben um mehr als 4 Milliarden Euro steigen werden.

Die Autoren der Studie appellieren an Länder, Städte und Gemeinden ihre Planung, den wachsenden Bedarf anzupassen. Für den kurzfristigen Bedarf sollten die Länder Anreize schaffen, dass insbesondere erfahrene Teilzeitkräfte und Pensionäre mehr unterrichten. Durch verbesserte Maßnahmen des Hinzuverdienens könnten zusätzlich freiwillige erfahrene Lehrkräfte gewonnen werden. Darüber hinaus müssen einheitliche Standards für die Qualifizierung von Seiteneinsteigern an den Grundschulen geschaffen werden – dies wäre ein weiteres Mittel dem steigenden Lehrerbedarf zu begegnen.

In einem Leserbrief vom Dezember 2017 unterstützt der Vorsitzende des GEB Mannheim, die Forderung vieler GrundschullehrerInnen nach einer höheren, angemesseneren Entlohnung. Dies wäre eine wichtige und notwendige Entscheidung, um das Grundschullehramt wieder attraktiver, gegenüber den anderen Schularten, zu gestalten.

„Die Zeit des Redens sei nun endgültig vorbei“ betont Thorsten Papendick, „es muss JETZT gehandelt werden!“

Der GEB Mannheim unterstützt die Forderungen der Bertelsmann-Studie, kurzfristig wirksame Maßnahmen gegen den prognostizierten Lehrermangel zu schaffen. Nur mit umfangreichen aber auch qualitätsbewussten Maßnahmen kann ein akuter Lehrermangel verhindert werden.

Bildung ist Zukunft!
Der Gesamtelternbeirat der Stadt Mannheim, 31.01.2018

Abdruck frei, Beleg erbeten.

Gesamtelternbeirat der Stadt Mannheim fordert mehr bildungspolitische Kompetenz in Reihen der Südwest-CDU

Der GEB Mannheim reagiert entsetzt auf die Forderung von Manuel Hagel, Generalsekretär der Südwest-CDU, nach „mehr disziplinarische Durchgriffsmöglichkeiten für Lehrer“.

„Folgt als nächstes der Wunsch nach Wiedereinführung der Prügelstrafe“, entgegnet der Vorsitzende des GEB Mannheim, Thorsten Papendick. „Ich dachte, das Stadium der billigen Stimmungsmache haben wir erfolgreich hinter uns gelassen.“

Die Einführung von Noten in Gemeinschaftsschulen, Frontalunterricht und Vergleichstest in den Grundschulen sind ein schlechter Witz und zeigt ganz deutlich auf, dass der Rat von Wissenschaftlern ignoriert wird.

„Die Südwest-CDU spielt mit unserem Bildungssystem zu Lasten der SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern.“

Die Forderung von Herrn Hagel „Wir wollen besten Unterricht“ können wir nur unterstützen, „aber die genannten Umsetzungsideen zeugen von Ahnungslosigkeit!“

Voraussichtlich im März 2021 findet die nächste Landtagswahl in Baden-Württemberg statt. Entweder beendet die Südwest-CDU Ihren vorzeitigen Wahlkampf oder sie beendet die Koalition mit den Grünen.

„Ich erwarte endlich ein Machtwort des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zur Bildungspolitik.“

„Dies ist alles sehr bedauerlich“, ergänzt Thorsten Papendick.

Der GEB Mannheim fordert mehr bildungspolitische Kompetenz in Reihen der Südwest-CDU!

Bildung ist Zukunft!
Der Gesamtelternbeirat der Stadt Mannheim, 12.01.18

Gesamtelternbeirat der Stadt Mannheim besteht auf die Weiterführung des Schulversuchs „Schule ohne Noten“

VERA 3 ist kein geeignetes Instrument zur Messung des Schulversuchs

Erneut bekräftigt Frau Ministerin Eisenmann ihre Entscheidung den Schulversuch „Schule ohne Noten“ einzustellen. Sie verweist auf das Abschneiden der zehn Versuchsschulen bei den VERA 3-Studien. Der GEB Mannheim macht darauf aufmerksam, dass VERA 3 kein geeignetes Instrument zur Messung dieses Schulversuchs ist. „Frau Ministerin Eisenmann müsste dies berücksichtigen“, so der Vorsitzende des GEB Mannheim, Thorsten Papendick. „Schule ohne Noten wurde eben nicht wissenschaftlich begleitet. Es gibt keine Instrumente zur Messung des Erfolgs. Darauf haben wir bereits mehrfach aufmerksam gemacht.“

Frau Ministerin Eisenmann hatte angekündigt den Schulversuch zu beenden. In einem Antwortschreiben hatte sie dem GEB Mannheim begründet, dass sie den Schulversuch beende, da er nicht wissenschaftlich begleitet worden sei. Des Weiteren stützt sie sich auch hier auf die VERA 3 Ergebnisse.
Der GEB Mannheim hält diese Art der mangelhaften Argumentation nicht für zielführend. Wenn Frau Ministerin Eisenmann sich mit dem Schulversuch ernsthaft auseinandersetzen würde, könnte sie den Mehrwert sehen. Leider hat die Ministerin kein Interesse daran, die Erfahrungen der Beteiligten in ihre Überlegungen mit einzubeziehen. Des Weiteren seien pädagogische Gründe anscheinend nicht relevant.

„Dies ist sehr bedauerlich“, ergänzt Thorsten Papendick. Frau Ministerin Eisenmann bekräftige gerade wieder in einem anderen Zusammenhang, dass man „das Rad nicht neu erfinden müsse“, sei aber nicht bereit, im Hinblick auf „Schule ohne Noten“ und „Differenzierung“, über den Tellerrand zu blicken. „Andere Bundesländer, auch skandinavische Länder sind da bereits viel weiter. Es ist sicher lohnenswert, einmal dorthin zuschauen.“

Der GEB Mannheim besteht auf die Weiterführung des Schulversuchs „Schule ohne Noten“ mit wissenschaftlicher Begleitung!

Bildung ist Zukunft!
Der Gesamtelternbeirat der Stadt Mannheim, 29.12.17

Leserbrief zum Artikel „Schlechte Noten für das Land“ vom 8.12.2017 im Mannheimer Morgen

Sehr geehrte Redaktion,

mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel „Schlechte Noten für das Land“ vom 8. Dezember 2017 gelesen.

Berechtigterweise machte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft mit dem Slogan „A 13 für alle!“ auf die prekäre Situation der Grund- und Hauptschullehrer aufmerksam. Die Eltern unterstützen die Forderung nach angemessener, höherer Entlohnung, wie sie auch die LehrerInnen im Gymnasial- und Realschulzweig erhalten. Die geleistete Arbeit an den Grund- und Hauptschulen muss endlich wertgeschätzt werden.

Gerade Eltern, deren Kinder die erste bis vierte Klasse besuchen, wissen, was die Lehrkräfte alles leisten müssen. Der Arbeitsaufwand an den Grundschulen ist in den letzten Jahren überproportional gestiegen. Schon in der Grundschule findet man Kinder mit wenig Deutschkenntnissen und hohem Förderbedarf. Die Nachfrage nach individueller Förderung wächst weiter. Hierfür engagieren sich die PädagogInnen voller Überzeugung und Elan, entwickeln Konzepte und Ideen, um dann ernüchtert festzustellen, dass ihnen die Unterstützung aus dem zuständigen Kultusministerium fehlt.

Derzeit ist es für uns Eltern erschreckend, mit ansehen zu müssen, wie sehr gut laufende Modellversuche an unseren Schulen ohne hinreichende Begründung einfach eingestellt werden. Ob es dabei um die Beendigung der Grundschule ohne Noten, die Abschaffung des fremdsprachlichen Unterrichtes geht oder dringend benötigte Förderstunden den Vertretungsstunden zum Opfer fallen – es wird einfach beschlossen, ohne nachzufragen oder Meinungen einzuholen.

Wir Eltern unterstützen die Lehrkräfte der Grundschulen in ihrem Bestreben nach mehr Wertschätzung und finanzieller Anerkennung. Die Streichung wichtiger Projekte ist nicht akzeptabel. Förderstunden müssen Förderstunden bleiben und dürfen nicht als Puffer für Stundenausfälle dienen. Die Lehrerversorgung, insbesondere bei Krankheit, muss besser funktionieren. Der Alltag der „doppelten Klassenbetreuung“ muss ein Ende haben.

Frau Ministerin Eisenmann muss anerkennen, was die Grundschulen leisten und die erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen.

Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Papendick, Vorsitzender des GEB Mannheim, 12.12.17

Leserbrief „Mehr Wertschätzung für Grundschullehrer“

Gesamtelternbeirat der Stadt Mannheim fordert die Weiterführung des Schulversuchs „Schule ohne Noten“

Nach der Ankündigung von Frau Ministerin Eisenmann, dass der Schulversuch „Schule ohne Noten“ beendet werden soll, schlagen dieser hohen Wellen entgegen.

Die Schulgemeinschaften fordern den Erhalt des Schulversuchs auf mindestens vier Jahre mit wissenschaftlicher Begleitung!

Hiervon betroffen ist in Mannheim die mit dem Bildungspreis der Stadt Mannheim ausgezeichnete Gerhart-Hauptmann-Grundschule. Diese erfährt eine hohe Solidarität unter den Eltern, auch von anderen Schulen. Die radikale Vorgehensweise der Ministerin ist allen unverständlich.

Mittlerweile ist auf das Unterstützungs- und Forderungsschreiben des GEB Mannheim an das Ministerium auch eine Antwort des zuständigen Referats eingetroffen. Hier wird nochmals erklärt, dass „nach einem Erprobungszeitraum zu entscheiden ist, ob die im Schulversuch gewonnenen Erkenntnisse zu einer Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen genutzt werden sollen.“ Der GEB ist sich einig, dass dies hier nicht greift. Es gibt keine „gewonnenen Erkenntnisse“ auf wissenschaftlicher Basis. Daher fordert der GEB Mannheim, den Schulversuch für mindestens vier Jahre fortzusetzen und wissenschaftlich zu begleiten!

„Dem Ministerium ist anscheinend nicht bewusst, dass es mit dem Schulversuch kein Neuland betritt“, so der Vorsitzende des GEB Mannheim, Thorsten Papendick. „Andere Bundesländer, auch skandinavische Länder sind da bereits viel weiter. Es ist sicher lohnenswert, einmal dorthin zuschauen.“ Eben aus diesem Grund ist der Abbruch des Schulversuchs unverständlich. Andere Länder haben damit durchaus positive Erfahrungen gemacht.

„Hier einfach aus ideologischen Gründen etwas pädagogisch Wertvolles abzubrechen ist absolut unverständlich“, bekräftigt der stellvertretende Vorsitzende des GEB, Matthias Mackert, der es nicht für ausreichend erachtet, dass das Ministerium der Meinung ist, dass die Verordnung über die Leistungsbeurteilung in Grundschulen ausreichend sei. Diese haben eine Zifferbenotung zur Grundlage und widersprechen damit dem pädagogischen Konzept der Versuchsschulen. Die Eltern wünschen sich offene, kompetenzorientierte Gespräche, über denen eben keine undifferenzierte Ziffernote schwebt!

Der GEB Mannheim fordert daher eine Weiterführung des Schulversuchs mit wissenschaftlicher Begleitung!

Bildung ist Zukunft!

Der Gesamtelternbeirat der Stadt Mannheim, 08.12.17

Aktuelle IGLU-Studie – Einsparungen im Bildungsbereich müssen sofort gestoppt werden!

Die vorgestellten Ergebnisse der neuen Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung haben mich leider nicht überrascht.

Deutschland schafft es seit 2006 nicht, die Entwicklung positiv zu verändern.
Gerade der Anteil an leistungsschwachen Schülerinnen und Schüler ist katastrophal gestiegen.
Nur ein Drittel der leseschwachen Schülerinnen und Schüler erhält in Deutschland eine zusätzliche schulische Förderung im Lesen.

Der bildungspolitische Auftrag wird hier klar formuliert:
– gezielte Unterstützung für leseschwache Schülerinnen und Schüler
– Herstellung von Chancengerechtigkeit unabhängig von Geschlecht, sozialer Herkunft und Migrationsstatus
– Verstärkung von Leseförderung ab Grundschulbeginn

Der GEB Mannheim unterstützt jede dieser Forderungen.

Die Einsparungen im Bildungsbereich – gerade auch in Baden-Württemberg – müssen sofort gestoppt werden,
denn „Bildung ist Zukunft!“.

Thorsten Papendick
Vorsitzender des Gesamtelternbeirats aller Schulen der Stadt Mannheim

Mannheim, 5. Dezember 2017